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So war's

Schon immer drehte sich bei uns alles um Musik. Die ersten Anfänge unserer gemeinsamen Leidenschaft lagen schon in der Kindheit. Begonnen mit Klavier- und Trompetenunterricht auf der einen, und mit Gitarrenunterricht auf der anderen Seite, entwickelte sich Schritt für Schritt das Musizieren zum Lebensbedürfnis. Letztendlich aber auch die Klassiker der Rockgeschichte, wie Beatles, Stones u.a. motivierten uns - freilich noch bevor wir uns kannten - diese Art Musik zu spielen.
Nachdem die Zeit des Boxentransports per Moped in den 60er und 70er Jahren vorüber war, begegneten wir uns rein zufällig. Es folgten viele gemeinsame Jahre in der Interflug-Combo Erfurt (später Gruppe "Flair") mit festen Engagements in der Erfurter Vilnius-Bar und im Restaurant des "Stadt Moskau" (Bild). Damals spielten wir Live-Musik, bei der wirklich jeder Ton mit der Hand gemacht wurde; schließlich auch mit dem entsprechenden Spaß an der Freude.

die
schönste Zeit unseres Bestehens im Restaurant des "Stadt Moskau" in
Erfurt" 1988
Uwe Seitz (bass, voc), Stefan Beyer (drums, voc), Bernd Hilliger (git,
voc) und Hans-Werner Fell (keys, voc)
Da wurden Lichtorgeln, Netzteile und Verstärker selbst gebaut, die auch mal Feuer fingen, Lautsprecher umgestrickt oder ganz und gar Synthesizer selbst gebaut. Jeder, der diese Zeit selbst erlebt hat, wird sich schmerzhaft an die Preise für Schwarzimporte aus dem Westen erinnern. Ein Korg Poly 800 für 10.000 Mark (Ost), ein K130 (Lautsprecher) für 3.000 M, ein einfaches Shure-Mikrophon für 1.500 M etc. Nicht zu vergessen die netten Vorschriften der DDR-Kultur-Gesetzgeber, 60% Ost-Titel und nur 40% West zu spielen. Keiner hat sich daran gehalten und alle wussten es. Dann gab es die so genannten Einstufungen, bei der sich jede Band von einer Jury den maximalen Stundensatz verordnen lassen musste.
Trotzdem war es eine Zeit, in der sich Freundschaften herausbildeten, die das Band-Sterben der Wendezeit überdauerten. Freilich musste sich fast jeder um einen neuen Job bemühen und alte Vertragspartner, wie Wohngebietsgaststätten etc. gingen pleite. Doch nach vielen Jahren fanden sich viele der "alten Recken" - inzwischen z.T. schon leicht ergraut - wieder zusammen, um ihrer alten Leidenschaft zu frönen.